Videoüberwachung Ratgeber


Ich vermute mal jeder Hausbesitzer hat schon mal an eine Videoüberwachung für sein Grundstück gedacht. Mal gab es diesen komischen Vorfall mit dem Nachbarn, als plötzlich dem Apfelbaum drei Äste fehlten und an anderen Tagen haben Sie vielleicht daran gedacht, um Ihr Haus gegen Einbrüche zu schützen. Doch nicht nur Zuhause können Überwachungskameras hilfreich sein. Auch auf Arbeit und zum Schutz des Gewerbes. Wenn Sie am Anfang der Planung stehen, wird Ihnen dieser Text garantiert helfen.

In den letzten Jahren habe ich hunderte Kameras verbaut und verstehe ganz gut, warum viele Firmen im Bereich der Sicherheitstechnik keine Kameras anbieten.

Denn für die Installation von Kameras gibt es immer die selben Probleme. In diesem Artikel will ich meine Erfahrung teilen und Ihnen mit Ihrer Videoüberwachung helfen. Doch welche Fragen sollte ich mir stellen bevor ich mir Kameras kaufe oder durch eine Firma einbauen lasse?

die 13 häufigsten Fragen & Antworten zu Überwachungskameras

  1. Wo wird Videoüberwachung eingesetzt?
  2. Bullet oder Dome-Kameras?
  3. Wo  sollte man das Hinweisschild „Videoüberwachung“ anbringen?
  4. Wie muss die Videoüberwachung gekennzeichnet sein?
  5. Sollte ich für die Kamera Kabel verlegen?
  6. Wie viele Kameras sollte ich installieren ?
  7. Hat Videoüberwachung mit App auch Nachteile?
  8. Brauche ich Kameras mit Aufzeichnung?
  9. Was kostet Videoüberwachung?
  10. Worauf sollte man bei Funk Kameras achten?
  11. Sollte ich Überwachungskameras in meine Alarmanlage integrieren?
  12. Welche Auflösung sollte meine Überwachungskamera haben?
  13. Was ist eine PTZ Kameras?

Wo wird Videoüberwachung eingesetzt?

Videoüberwachung wird im Außenbereich in gefährdeten Bereichen eingesetzt, um möglichst alle Wege eines potentiellen Einbrechers abdecken zu können. Das kann zum Beispiel die Einfahrt oder der Weg vom Nachbargrundstück sein. Die Videoüberwachung am Haus überwacht im besten Fall alle Fenster- und Türfronten entlang der Fassade. Dazu gibt es im unteren Verlaufs des Artikels eine Grafik. Ziel sollte sein, dass egal von wo ein Eindringling kommt, die Videoüberwachung ihn dabei filmt. Im Innenraum können Sie Überwachungskameras strategisch klug in Fluren und anderen Durchgängen installieren. Auch hier mit dem Planungsgedanken, dass Raumwechsel erkannt werden. Wenn die Entfernungen weniger als 5 Meter sind, können Sie Weitwinkel Überwachungskameras verwenden.

Bullet oder Dome-Kameras?

Im Innenbereich verwenden Sie am besten Dome-Kameras. Diese fügen sich optisch in den meisten Räumen sehr gut ein und sind nicht zu auffällig. Falls Sie eine abgehangene Decke haben, benötigen Sie keine Dose unter der Kamera und können die Kabel und Stecker in der Zwischendecke verstecken. Dann schaut nur die Kuppel heraus.

Im Außenbereich verwenden Sie am besten Bulletkameras. Diese unterscheiden sich nur in der Bauform. Das Innenleben und Objektiv sind in häufig gleich. Der Unterschied ist die gerade Fläche an der Linse. Dadurch sind Bulletkamersa in der Nacht weniger empfindlich bei Streulicht.

Wo  sollte man das Hinweisschild „Videoüberwachung“ anbringen?

Aufkleber und Hinweisschilder mit Videoüberwachung sollten gut sichtbar an den Außengrenzen des Grundstücks angebracht werden. Zudem empfiehlt die Polizei das anbringen  an Türen und zur Abschreckung an Fenstern. Gut sichtbar bedeutet in Augenhöhe, je nach Hintergrund gut lesbar. Ein Gesetz über die Größe der Hinweisschilder besteht aktuell nicht. 

Wie muss die Videoüberwachung gekennzeichnet sein?

Aufkleber Videoüberwachung nach DSGVO sollten nach Norm-Entwurf DIN 33450 gestaltet sein und ein Graphisches Symbol zum Hinweis auf Beobachtung mit optisch-elektronischen Einrichtungen hinweisen. Damit die Kennzeichnung vollständig dem Datenschutz gerecht wird, muss der Betreiber der Videoüberwachung genannt werden. Wenn Sie ein Schild kaufen wollen, schauen Sie hier auf Amazon. Die gilt insbesondere für Gewerbeüberwachung.

Sollte ich für die Kamera Kabel verlegen?

Diese Frage sollten Sie sich immer stellen, wenn Sie die bestmögliche Qualität haben möchten. Auch wenn Funkkameras inzwischen unfassbar gut geworden sind, bekommen Sie die beste Bildqualität nur, wenn Sie Netzwerkkabel zu jedem Standort der Überwachungskamera verlegen. Die Netzwerkkabel haben im inneren mehrere Adern und versorgen die Netzwerkkameras mit Strom (POE) und tauchen über das selbe Kabel die Daten aus. In einigen Jahren wird es eventuell durch Glasfasersysteme ersetzt, aber aktuell ist das nur in der Industrie üblich.

Verkabelte Videosysteme laufen stabil und können FullHD und 4k-Auflösungen auch mit flüssigen Bild wiedergeben. Sie haben weniger Sorgen, weil die Systeme keine Akkus benötigen und Sie nicht vom Funk abhängig sind.

Ich verstehe natürlich, dass Kabel ziehen bei den meisten Häusern, die bereits einige Jahre stehen nicht einfach ist – doch es lohnt sich!

Tipp: vor einigen Jahren wurden für Videokameras noch Koaxial Kabel verwendet. Meine Empfehlung, ersetzen Sie diese durch CAT7 Netzwerkkabel. Wenn Sie die Videoüberwachung per Koaxialkabel umsetzen wollen, hat das den Nachteil, dass die Kabel häufig keine Adern für die Stromversorgung haben. Falls doch, benötigen Sie recht starke und große Netzteile. Ich hatte viele Koaxial Videosystem kennengelernt, wo wir beim Nachrüsten Probleme in der Nacht mit der Stromversorgung hatten.

Zudem sind die BNC-Stecker recht empfindlich. Wenn Sie also die Möglichkeit haben, machen Sie einmal die Arbeit und nutzen Netzwerkkabel.

Wie viele Kameras sollte ich installieren ?

Die Frage können Sie sich leicht beantworten, indem Sie die Gegenfragen stellen: Was wollen Sie mit Überwachungskameras sehen? 

Wenn Sie zum Beispiel Ihren Vorgarten inklusive der Einfahrt und des Briefkastens sehen möchten, überlegen Sie ob dafür eine Kamera reicht. Falls ja, wo müsste dafür die Überwachungskamera hängen und was ist notwendig, um Sie an diesem Standort in Betrieb zu nehmen?

Falls Sie Ihr gesamtes Grundstück überwachen wollen, empfehle ich immer diese Aufstellung:

Je 2 Kameras an den gegenüberliegenden Seiten des Hauses und Sie haben alle Flächen vom Haus anständig überwacht.

Hat Videoüberwachung mit App auch Nachteile?

Viele Videosysteme bieten Apps für den Fernzugriff auf Ihre Kameras. Das ist eine wirklich tolle Ergänzung zu der Aufzeichnung Ihrer Videos und Bilder. Die Einrichtung der Apps ist heute auch nicht mehr so kompliziert wie vor einigen Jahren. Damals waren gefühlt nur Netzwerkexperten in der Lage, sichere Verbindungen herzustellen. Heute reicht es häufig die App zu installieren und die Kameras nach der Installation und dem verbinden mit dem Internet bzw. Recorder zu scannen. Manche Apps finden alle Kameras im Netzwerk, andere wiederum wollen einen QR-Code scannen.

Das ist alles viel einfacher als frühere Systeme und falls Ihr Heimnetzwerk es zulässt, auch ohne besondere Fähigkeiten möglich. Videoüberwachung über das Internet, lässt Sie von jedem Ort auf der Welt auf Ihre Kameras zuzugreifen. 

Viele Apps für die Videoüberwachung schicken Ihnen eine Push-Benachrichtigung auf Ihr Smartphone, wenn es Bewegung innerhalb des Bildes gibt. Davon würde ich besonders im Außenbereich abraten. Die Push-Benachrichtigungen werden dafür sorgen, dass Sie jedes mal Herzklopfen bekommen, wenn wieder ein Baum im Wind wackelt.

Die zweite Erfahrung, die ich mit Videoüberwachung im Außenbereich machen konnte: Viele Kunden entwickeln ein Zwangverhalten und schauen 4x pro Stunde auf Ihr Smartphone, um Ihren Garten zu überprüfen. Wenn Sie das machen, haben Sie auch immer die Erwartung, dass in dem Moment indem Sie auf Ihr Livebild schauen, ein Einbrecher durch das Bild läuft und Ihnen zuwinkt.

Das wird aber in der Regel nicht passieren.

Viel entspannter ist es, wenn Sie die Kameras nur bei Bewegung aufzeichnen lassen und sich die Bilder bei Bedarf ansehen. Bei mir Zuhause auf dem Grundstück gibt es sehr wenig Bewegung und ich habe die Angewohnheit beim Kaffee kochen die Aufzeichnungen der Nacht zu prüfen und immer dann, wenn wir längere Zeit unterwegs waren.

Da die Kameras vermutlich abschrecken, habe ich noch nie etwas verdächtiges gesehen – außer die eine Katze, die faste jede Nacht zwischen 3 und 4 Uhr die Einfahrt entlang rennt.

Brauche ich Kameras mit Aufzeichnung?

Selbstverständlich sollten Ihre Kameras auch aufzeichnen können. Nur Live Bilder schauen, bringt ja nicht viel. Wie die Videos Ihrer Überwachungskamera aufzeichnen, hängt von Ihrer Hardware ab. Geschlossene Systeme und Komplett-Sets bieten oft passenden Recorder. Diese haben entweder eine bereits integrierte Festplatte oder bieten Ihnen den Anschluss.

Netzwerkkameras, welche mit Ihrem Modem/ Router verbunden sind, können für die Speicherung auf einem Netzlaufwerk konfiguriert werden. Oder es lässt sich eine Festplatte und vergleichbare Speicher an dem Router / Modem anschließen.

Viele Kameras haben übrigens einen Slot für eine SD Karte und speichern die Videos direkt in der Kamera. Die letzte und modernste Version einer Videospeicherung ist das Speichern in der Cloud. Auch hier finden Sie bereits Komplett-Sets mit kostenlosem Cloud-Speicher.

Falls Ihre Videoüberwachung das kann, würde ich eine redundante Speicherung empfehlen. Das bedeutet, dass wenn ein System ausfällt, es auf einem anderen Medium gespeichert wird. Auf diese Weise können Sie die Videoaufnahmen Ihrer Überwachungskameras speichern:

  • Festplatte im Recorder
  • SD-Karte in der Kamera
  • Netzspeicher in Ihrem Router – bzw. der Festplatte an Ihrem Router
  • Cloud Speicherung

Was kostet Videoüberwachung?

Wenn Sie Kameras, Rekorder mit Festplatte, Kabelverlegung und Programmierung von einer Firma machen lassen, kostet die Videoüberwachung mit 4 Kameras in der Regel circa 2.500€.

eine kleine Übersicht zu durchschnittlichen Kosten einer Videoüberwachung

Wenn Ihnen eine einfache Kamera für Ihr Zuhause ausreicht, finden Sie im Internet Überwachungskameras für unter 100€. Wenn Sie auf der Suche nach einer professionellen Videoüberwachung sind, sollten Sie mit 1.500€ rechnen. Viele Firmen installieren auch hochfertige Komplettsysteme mit einem Full-HD-Standard oder besser. Häufig kosten diese circa 2.500€ für 4 Kameras, Recorder, Festplatte, Programmierung und Montage. Hier ist tatsächlich entscheidend, was Sie mit den Kameras erreichen wollen. Die Qualität einer professionell installierten Videoüberwachung ist zum Teil deutlich besser. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Es gibt zum Beispiel PTZ-Kameras für über 5.000€. Damit können Sie gefühlt durch die halbe Stadt zoomen.

Preise für Überwachungskameras

Die kosten sind abhängig vom Aufwand und den eingesetzten Kameras. Zweifelsohne macht es für Firmen wenig Sinn, günstige Kameras aus dem Internet zu vermarkten. Wenn Sie zum Beispiel nur eine WLan-Kamera für Ihre Wohnung benötigen, finden Sie im Internet zahllose Angebot für unter 100€.  In den nächsten Jahren werden immer mehr KI-Kameras auf den Markt kommen und hochintelligente Systeme werden möglicherweise zukünftig noch günstiger. Ähnlich wie bei Kameras für Fotografen, macht sich jeder Euro den Sie mehr ausgeben bemerkbar.

Worauf sollte man bei Funk Kameras achten?

Man findet zahlreiche Anbieter für  die Wlan- und Funk-Videoüberwachung. Funk Kameras können über eine begrenzte Reichweite ohne Kabel betrieben werden. Ein guter Indikator ob die Funkkameras an Ihrem Wunschort installieren können, ist die Reichweite Ihres WLANS. Wenn Sie vor die Tür gehen und das eigene WLAN nur noch schwach ist, wird es mit Funk- und W-Lan Kameras nichts werden.

Wenn Sie keine Möglichkeit haben Kabel zu ziehen, kommen Funk bzw. Wlan Überwachungskameras zum Einsatz.

Es gibt zwei Arten von Funk Kameras:

  1. WLAN Kameras, welche direkt mit Ihrem WLAN verbunden werden.
  2. Funk Kameras mit Rekorder und eigenem Funk, welche ein eigenes Netz aufbauen. Bei dieser Art ist nur der Rekorder mit dem Internet verbunden und nicht jede Einzelne Kamera. Das macht Ihre private Videoüberwachung etwas sicherer. Denn Hacker sehen nur den Rekorder und nicht jede Kamera im Netzwerk.

Für die Stromversorgung benötigen Funk Kameras in der Regel eine normale Steckdose für das Netzteil. Einige Anbieter haben sich auf WLAN-Überwachungskameras mit Batterie spezialisiert. Wenn es Sie nicht stört, alle paar Wochen oder Monate zu laden, ist das auch eine Möglichkeit für Haushalte ohne Außensteckdosen.

Empfehlung: Sollten Sie Funk-Kameras verwenden, welche direkt mit Wlan verbunden sind –  nehmen Sie nicht mehr als vier WLAN-Kameras. Sollte Ihre Internetbandbreite weniger als 16Mbits betragen, nehmen Sie maximal zwei WLAN Kameras, damit Sie Zuhause noch normal surfen können. 

Vorteile von Funk-Kameras

  • Sie sind flexibel
  • Zum Teil sehr schnelle Installation
  • Sie haben weltweiten Zugriff
  • Können Ihre eigene Technik zur Aufzeichnung benutzen.
  • Cloud-Lösungen zum speichern der Videos sind bei einigen Anbietern kostenlos. 

Nachteile von Funk Videoüberwachung

  • Oft sehr schlechte Qualität bei günstigen Angeboten
  • Kurze Reichweite
  • Cloud-Speicherung auf ausländischen Servern
  • WLAN-Geschwindigkeits-Verlust
  • Frequenzen im 2.4 GHz Bereich behindern das WLAN
  • Kein dauerhafter Betrieb, da WLAN auch ab und zu Ausfälle haben kann
  • Akku muss in Bereichen mit viel Bewegung oft geladen werden

Drahtlose Überwachungskameras

Der Begriff drahtlose Kameras kann verwirrend sein. Einige Hersteller nennen eine Kamera „drahtlos“, weil Sie nicht in die Steckdose gesteckt werden muss, andere meinen damit die Verwendung des hauseigenem WLAN.

Für den Hausgebrauch sind Kameras die komplett schnurlos arbeiten perfekt. Diese benötigen kein Netzteil für die Stromversorgung und kein Netzwerkkabel zum Austausch der Daten.

Voraussetzung ist eine schnelle Breitbandverbindung.

Sollten Sie zum Beispiel eine 16 Mbit/s – Leitung zu Hause haben, nehmen Sie nicht mehr als 2-3 HD-Kameras in Ihr Netzwerk. Es würde zwar funktionieren, doch Sie werden dadurch deutlich langsamer surfen.

Ein weiterer Vorteil der kabellosen Überwachungskameras ist: Es gibt kein Kabel zum durchschneiden. Die Kameras nehmen in der Regel bei Bewegung auf und speichern es direkt in der Cloud.

Erwartungen an die Videoüberwachung

In den letzten Jahren habe ich hunderte Gespräche für die Planung von Videokameras geführt und hier sind häufige Wünsche:

  • Lückenlose Überwachung aller Flächen und Räume
  • Flüssige 4k Aufzeichnung 
  • Live Bild – an einem Monitor
  • WLAN / Kabellos
  • App für das Smartphone und Tablet

Sollte ich Überwachungskameras in meine Alarmanlage integrieren?

Angenommen Sie haben eine Alarmanlage mit Videoüberwachung – und Ihr System fällt aus, hat Störungen oder wird gehackt, dann ist Ihre komplette Sicherheitslösung im schlimmsten Fall deaktiviert. Daher sollten Sie stets zwei Geräte bzw. Systeme verwenden. Zum einem die Alarmzentrale und zum andern ein Rekorder für die Kameras.

Welche Auflösung sollte meine Überwachungskamera haben?

Aus meiner Erfahrung wird für die meisten Anwendungen eine Full-HD-Auflösung ausreichen. Die Auflösung und Megapixel allein, ist schließlich nicht entscheidend. Die Auflösung sagt aus, wie klar das Bild Ihrer Kamera sein wird. Auch hier ist wieder die Frage, was Sie mit der Kamera sehen wollen.

Zur Videoüberwachung von Haustieren und Kindern reichen in der Regel 720p (HD-Standard) in normalen Räumen bzw. kurzen Entfernungen. Wenn Sie größere Räume oder eine Outdoor-Kamera benötigen, sollten Sie eine Full-HD-Auflösung anstreben.

Mittlerweile gibt es bereits 4k-Outdoor-Kameras. Hier lohnt sich eine Überwachungskamera mit Aufzeichnung, welche das Videomaterial auf einer Festplatte speichert.

Achten Sie hier auf Ihr Netzwerk. Sollten Sie langsames Internet haben, verzichten Sie am besten auf eine zu hohe Auflösung. Oder Sie installieren die Technik getrennt von Ihrem Netzwerk.

Was ist eine PTZ-Kamera?

PTZ steht für „pan“, „tilt“, „zoom“ und heißt übersetzt: schwenken, neigen, zoomen. Kameras welche sich bewegen lassen, können riesige Bereiche überwachen. Diese Überwachungskameras werden häufig als Dome-Außenkamera eingesetzt. Damit lassen sich zum Beispiel öffentliche Plätze, Stadien und Parkplätze überwachen. Für die Bedienung werden spezielle Joysticks eingesetzt.

Bei der Planung von PTZ-Kameras sollten Sie auf die Beschreibung achten. Die meisten PTZ-Überwachungskameras benötigen neben der POE-Versorgung (Daten und Strom über Netzwerk) zusätzlich ein 230V-Netzteil, damit Sie die Kamera aus der Ferne bewegen können.

Im Profi-Segment gibt es PTZ-Kameras mit intelligenten Einstellungen. Zum Beispiel Personenverfolgung, Gesichtserkennung, Personenzählung und Alarme, wenn man in die falsche Richtung läuft. Diese Kameras sind eher selten im Hausgebrauch im Einsatz, da die Installation und Programmierung sehr aufwendig ist.

Wichtige Funktionen von Überwachungskameras

Nicht nur die Art der Kamera ist wichtig, auch die richtigen Funktionen einer Überwachungskamera. Soll die Kamera hauptsächlich Ihre Kinder und Haustiere im Auge behalten oder möchten Sie Einbrecher abschrecken? Hier sind einige der wichtigsten Funktion, um Ihr Ziel zu erreichen.

Kameras für den Innenraum

Innenkameras können entweder Teil eines Sicherheitssystem für Ihr Zuhause sein oder allein verwendet werden, um Ihrem Zuhause und Lieben Schutz zu bieten. Die heutigen Indoor-Überwachungskameras liefern weit mehr als nur aufgezeichnete Videos.

Überwachungskameras für Innen mit Weitwinkel. Im Innenraum funktionieren Weitwinkelkameras durch die kurzen Entfernungen sehr gut.

Die meisten Kameras bieten Live-Videos und Funktion wie bidirektionale Kommunikation (hören und sprechen). Auf diese Weise können Sie Ihrem Haustier Befehle erteilen oder Ihre Kinder bitten den Müll herauszubringen 🙂 . Kleiner Spaß, verrückte Zukunftsvision meinerseits.

Kleine Überraschung, die Überwachungskameras sind nur für Innen geeignet. Sie werden also die beste Qualität im Innenraum erzielen. Wenn Sie damit durch ein Fenster die Einfahrt oder Straße überwachen wollen, kann diese Zielsetzung zum Teil nicht erfüllt werden.

Anders ist es wenn Sie viel Geld in die Hand nehmen und eine Videoüberwachung von einer Firma einbauen lassen. Diese bieten in der Regel einige Funktion mehr. Zum Beispiel WDR (wide dynamic range). Damit funktionieren sie auch bei Gegenlicht und ermöglicht sehr hochwertige Bilder bei schwierigen Lichtbedingungen. Für den normalen Einsatz reichen allerdings die handelsüblichen Kameras.

Kameras für den Außenbereich

Außenkameras sind eine der besten Möglichkeiten Einbrecher und Vandalen von Ihren Taten abzuhalten. Laut Polizei ist Abschreckung ein wichtiger Faktor, ob man von einem Einbruch betroffen wird oder nicht. Es ist natürlich den meisten Menschen bewusst, dass hierbei viele Faktoren eine Rolle spielen und ein Einbrecher theoretisch einen Schal vor sein Gesicht ziehen könnte. Doch aktuell sind immer noch große Teile der Häuser mit Garten ungesichert und Einbrecher wählen in der Regel den Weg des geringeren Widerstands.

Ich hatte in den letzten Jahren immer wieder Kunden, welche gar keine Angst vor Einbrechern hatten, sondern Kameras nutzen, um zu sehen wer die Pakete aus dem Carport klaut oder die Wäsche ständig abhängt.

Bei der Auswahl von Außenkameras ist eine hohe Wetterbeständigkeit von großer Bedeutung. Besonders hier in Mitteleuropa haben wir ja schließlich Temperaturen von über 30 Grad und im Winter können es auch mal Minus 15 und mehr werden.

In der Beschreibung jeder Kameras sollten Sie außerdem auf die Schutzklasse (IP) achten. Eine Außenkamera sollte mindestens IP44 haben, wenn Sie geschützt unter einem Carport oder unter einem überstehenden Dacht hängt. Besser ist es immer wenn die Kamera die Schutzklasse IP65 oder höher hat (wasserdicht).

Zuletzt sollten wir die Nachtsicht einer Kamera besprechen. In der Regel schalten Kameras in der Nacht auf schwarzweiß um. Im hochpreisigen Segment ist die Technologie schon weiter und lässt die Dunkelheit in Farbe erscheinen.

Die meisten Kameras arbeiten mit Infrarot. Kleiner Expertentipp: sollte die Außenkamera in der Nacht nicht weit genug schauen (hängt zum Beispiel sehr hoch am Haus), können Sie einen Infrarotstrahler nachrüsten, um die Sichtweite zu verbessern. 

Überwachungskamera mit Bewegungsmelder

Sie können die Bewegungserkennung nutzen, um Ihnen Benachrichtigungen auf Ihr Smartphone zu schicken. Die meisten neueren Kameras benötigen dazu keinen separaten Bewegungsmelder, da diese im Objektiv oder der Kamera integriert sind. So können Sie auf verdächtige Aktivitäten hingewiesen werden und Sie sehen sofort was los ist. Allerdings sollten Sie diese mit Bedacht aktivieren. Wenn Sie z.B. bei jedem baumwackeln im Garten eine Nachricht bekommen, werden Sie diese Funktion vermutlich bald deaktivieren. Bei vielen Überwachungskameras kann die Bewegungserkennung auch zur Aktivierung der Aufzeichnung genutzt werden. Das ist total praktisch, denn auf diese Weise sparen Sie sehr viel Speicherplatz.

Nachtsicht

Wenn Sie eine Überwachungskamera installieren, haben Sie vermutlich auch an einer nächtlichen Nutzung Interesse. Glücklicherweise bieten bereits günstige Kameras eine Nachtsicht-Funktion. Es ist besonders beim Thema Sicherheit ein riesiger Vorteil, wenn die Kamera auch bei schlechten Lichtverhältnissen aufzeichnen kann.

Es hilft in jedem Fall wenn Sie auf Lichtverhältnisse bei der Installation achten. Je heller, desto besser das Bild. Wenn Sie in der Nacht Ihre Einfahrt überwachen und es gibt zumindest ein bisschen Licht in der Umgebung, wird das die Bildqualität positiv verbessern.

Wenn Sie Überwachungskameras mit Nachtsicht (Infrarot) entlang einer Hauswand ausrichten, achten Sie darauf nicht zu viel von der Fassade im Bild zu haben. Das Infrarot wird an der Fassade reflektieren und das Bild im schlimmsten Fall überblenden.

Sichtfeld

Das Sichtfeld beschreibt, was Sie mit der Kamera aufnehmen können. Mit dieser Angabe können Sie einschätzen, wie viele Kameras benötigt werden.

Das Sichtfeld wird mit „Grad“ angegeben.

Outdoor Überwachungskameras mit circa 100 Grad Blickwinkel, sind fast immer die richtige Wahl im Außenbereich.

Sollten Sie zum Beispiel eine Überwachungskamera mit 110-Grad Blickwinkel kaufen, würde ich jetzt folgendes machen: Strecken Sie Ihre beiden Arme gerade nach Vorne bis Sie circa 110 Grad auseinander stehen (ein bisschen mehr als ein rechter Winkel). Gehen Sie jetzt an den Wunschstandort der Kamera und Sie können schon vor dem Kauf ungefähr sehen, was die Überwachungskamera im Blickfeld hat.

Für kurze Entfernungen und kleine Räume wählen Sie am besten eine Weitwinkel-Kamera mit mehr als 150-Grad. Wenn Sie ein Weitwinkel Objektiv bei großen Entfernungen verwenden, werden Gesichter nach circa 6-12 Metern verzerrt und entsprechend nicht mehr den realen Verhältnissen.

Aus diesem Grund wählen Sie für größere Entfernungen eine Kamera mit circa 100-Grad-Objektiv oder weniger.

Audiofunktionen

Wenn Ihre Kamera über ein Mikrofon und Lautsprecher verfügt, handelt sich um bidirektionale Kommunikation (2-Wege-Audio).

Auf diese Weise können Sie hören, was zu Hause passiert und direkt ins Haus sprechen. So haben Sie nicht nur eine Überwachungskamera, sondern eine Gegensprechanlage direkt mitgekauft. Da Kamerasysteme mit solchen Funktion extrem beliebt werden, hat sich der Anwendungsbereich erweitert. Die Interaktion mit Haustieren und anderen Familienmitgliedern gehört mittlerweile zu den Hauptaufgaben von Überwachungskameras. Sollte jetzt zufällig noch ein Einbrecher durch das Bild rennen, hat sich der Kauf gleich doppelt gelohnt.

WLAN Überwachungskamera (Wi-Fi-Funktion)

Ein Kamera mit WLAN kann drahtlos in Ihr Heimnetzwerk integriert werden. Dies ist bei der Installation hilfreich und in der Regel sehr einfach. Man muss keine Kabel verlegen und ein Bösewicht kann auch keine Kabel durchschneiden. Da die Kameras in Ihrem Netzwerk zum Teil große Mengen Daten austauschen, kann so eine Heimüberwachungskamera ihr Internet stark beinträchtigen. Spätestens wenn man bei normaler Internetleitung mehr als 3 HD-Kameras integriert, werden Sie es merken.

Einige Modelle können die Videos lokal (SD-Karte oder Festplatte in einem Recorder) speichern und den Stream über das WLAN reduzieren. Falls diese Einstellung vorhanden ist, können Sie die Videos lokal mit voller Auflösung speichern und den Stream (z.B. auf Ihr Smartphone) mit weniger Qualität anzeigen lassen.

Kameras mit Videoaufschaltung

Im Gewerbe gibt es zum Teil Sicherheitsanforderungen, wo Kameras auf eine Video-Leitstelle geschalten werden. Auf diese Weise können Mitarbeiter jederzeit in das Objekt schauen und prüfen alles in Ordnung ist. Da diese Art der Überwachung technisch und personell sehr aufwendig ist, sind die monatlichen Preise teilweise extrem hoch.

Entweder wird dieser Service in Kombination mit der Alarmanlage verwendet oder die verbauten Kameras verfügen über clevere Objekte mit Bewegungserkennung.

Für private Häuser und Personen wird dieser Service vermutlich nur einer sehr kleinen Gruppe Menschen zumutbar sein.

Im Gewerbe kann eine Videoaufschaltung eine sinnvolle Maßnahme sein, im Privaten eher selten.

Smart Home Integration

Inzwischen bietet nahezu jeder Smart Home Anbieter eine Integration von Kameras. Das eignet sich besonders für den Innenraum. Da die Kameras in der Regel eine Bewegung automatisch erkennen, können Sie auf diese Weise eine Nachricht auf Ihr Smartphone bekommen, oder sogar weitere Befehle ausführen lassen. Zudem lassen sich die Systeme häufig mit den Sprachassistenten von Google und Amazon Alexa verbinden. Dann könnten Sie bei einem Alarm alle Lichter einschalten oder alle Rollladen nach unten fahren.

Haben Sie bereits Smart Home?

Fazit:

Kameras können eine sinnvolle Erweiterung für Ihr Zuhause oder Gewerbe sein. Häufig ist eine Videoüberwachung nur in Kombination mit anderen Maßnahmen im Einbruchschutz sinnvoll. Wenn die Einbrecher vermummt sind und Ihre Fenster leicht zu knacken sind, haben Sie mit Ihrer Videoüberwachung Geld verbrannt. Doch in Kombination mit mechanischer Sicherung und einer Alarmanlage, erreichen Sie ein sehr hohes Level an Sicherheit. 

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