November 25, 2020 5

Die meisten Leute die ich kenne, welche sich zum ersten Mal mit der Anschaffung einer Alarmanlage beschäftigen, sehen das Thema als "eine große Sache". Schließlich werden Sie nach dem Einbau diese ständig benutzen und das ändert ja einen kleinen Teil Ihres Alltags.

Die meisten Menschen verwenden die Alarmanlage jeden Tag. Beim kommen und gehen oder sogar wenn Sie Abends schlafen gehen, werden Sie zukünftig einen kleinen Umweg zum Bedienteil gehen. Da der Markt voll mit schlechten Produkten und seltsamen Firmierungen ist, möchte ich mit diesem Artikel eine kleine Hilfestellung geben.

1. Es ist nicht normal wenn eine Alarmanlage einfach so angeht

Die größte Angst von jedem der eine Einbruchmeldeanlage in sein Zuhause einbaut, ist ein Fehlalarm. Billige Technik und schlechte Ausrichtung sind die Hauptursachen. Die meisten Fehlalarme werden durch fehlerhafte Montage von Bewegungsmeldern verursacht. Die Bewegungsmelder sollen den Innenraum bei Abwesenheit überwachen und reagieren in der Regel als Infrarotbewegungsmelder auf Wärmeveränderung.

Wenn der Bewegungsmelder in Wintergärten, in Richtung von Heizkörpern oder in Haushalten mit Haustieren falsch geplant wurde, werden Sie zukünftig den einen oder anderen Nachbarn verärgern.

2. Vermeiden Sie den Einsatz von Außenbewegungsmeldern

Der Gedanke den Einbrecher abzuschrecken, bevor es einen Schaden gibt, ist sehr verlockend. Das ist absolut verständlich und auch ein logischer Gedanke. Doch die Sache hat einen Haken. Ich habe in den letzten 10 Jahren nahezu jeden Außenbewegungsmelder getestet und jeder hat seine Schwächen. Der Grund ist die Natur. Auch die Bewegungsmelder für den Außenbereich haben einen Infrarotteil und reagieren auf Bewegungen von Pflanzen und Tieren.

Man sollte Melder im Außenbereich nur als Voralarm programmieren, sodass die Alarmanlage nur einen kurzen Alarm macht. Das geht wiederum nicht mit jedem Alarmanlagen Hersteller. Sie müssen nicht auf mich hören und vielleicht kann Sie jemand vom Gegenteil überzeugen, doch wenn Sie mich fragen würden, würde ich von Außenbewegungsmeldern abraten.

Der Fairness halber, die Außenbewegungsmelder von Daitem sind nicht schlecht. Wer sich dafür entscheidet, bekommt einen Bewegungsmelder mit Kamera, Licht und einigen überraschenden Funktionen. Das Bild der Kamera ist eine absolute Katastrophe. Doch die Hauptfunktion, unberechtigte Personen auf dem Grundstück zu erkennen und zum Beispiel einen Abschreckungsalarm (Voralarm) auszulösen - funktioniert. 

3. Sichern Sie jedes Fenster im Erdgeschoss

Der besten Tipp den ich beim Einbau einer Alarmanlage in Einfamilienhäusern geben kann, ist die Absicherung aller Fenster im Erdgeschoss. Ich weiß, jeder Experte wird Ihnen dazu raten, doch die Praxis zeigt, dass Sie den besten Komfort und größten Sicherheitshebel erreichen, wenn alle Fenster die leicht zu erreichen sind, mit Fenstersensoren gesichert werden. Auf diese Weise können Sie die Alarmanlage auch in der Nacht einschalten und da ich das bei mir privat auch so mache, kann ich Ihnen bestätigen, dass ich wirklich gut schlafe.

4. Richten Sie einen zweiten Modus für die Nacht ein

Sie sollten bei der Planung einer Alarmanlage immer mindestens zwei Modi haben. Einen der alles einschaltet (komplette Abwesenheit) und einen Modus für die Nacht (alle Fenster im EG). Wenn der Nachtmodus aktiviert ist, können Sie sich trotzdem frei im Haus bewegen. Der erste Modus ist für die Abwesenheit. Dann werden alle Tür- und Fenstersensoren, plus alle weiteren Melder, wie zum Beispiel Bewegungsmelder aktiviert.

5. Die Sirene geht nach drei Minuten aus

Wussten Sie, das die Sirene einer Alarmanlage nach drei Minuten ausgehen?

Zugegeben, dass ist eine reine Programmierungsangelegenheit. Doch falls Sie Ihre Alarmanlage selber bauen, behalten Sie die Zahl im Hinterkopf. Die Firmen die Einbruchmeldeanlagen verbauen wissen das es in Deutschland nur drei Minuten erlaubt ist die Sirene laufen zu lassen. Beim Eigenbau sollten Sie darauf achten.

6. Morgens um 7:00 Uhr wird es richtig laut

Es war ein sonniger Septembermorgen, an dem ich mit meiner kleinen Familie bereits früh aufgestanden bin. Wie gewohnt verbrachten wir etwas Zeit im Wohnzimmer und nach einiger Zeit, kam ich auf die Idee die Terrassentür zu öffnen. Als es plötzlich richtig laut wurde. Es war vollbracht, ich hatte meinen ersten Fehlalarm ausgelöst.

Doch was war passiert? Nun, nach der Installation der Alarmanlage, haben wir es uns sehr schnell zur Gewohnheit gemacht, die Alarmanlage jede Nacht einzuschalten und morgens auszuschalten. In dem Fall hatte ich es vergessen und da der Alarm extrem unangenehm ist, denke ich seither immer an das deaktivieren der Alarmanlage.

7. Lassen Sie sich nicht veralbern

Hier eine kleine Liste wie man eine Alarmanlage nicht kaufen sollte:

  • Wenn Sie nach dem Ausfüllen eines „Preisvergleiches“ plötzlich 5 Firmen anrufen und einen Termin vereinbaren wollen, handelt es sich in der Regel um Vertriebe, die sehr wenig mit Handwerk und Sicherheit am Hut haben.
  • Achten Sie auf eine gewisse Qualität und erkundigen Sie sich nach dem Alarmanlagen Hersteller.
  • Vermeiden Sie Asia Produkte, denn es gibt in der Sicherheitstechnik ausreichend Produktionen und Innovationen in Europa.
  • Wenn die Alarmanlage auf Luftdruck (Infraschall) reagiert, wünsche Ich Ihnen beim nächsten Gewitter, Sturm oder vorbeifahrenden LKW viel Spaß. Die Technik taugt wenig.
  • Wenn Ihnen bei der Beratung jemand Angst machen möchte und unheimliche Geschichten erzählt, bitten Sie die Person sofort zu gehen.

8. Welche Alarmanlage bei Haushalten mit Haustieren ?

Wenn Sie eine Katze oder einen Hund haben, können Sie trotzdem eine Alarmanlage einbauen. Allerdings sollten Sie bei der Planung einige Dinge beachten. Wenn Sie alle Türen und Fenster mit Kontakten absichern, können sich Ihre Haustiere trotzdem frei im Haus bewegen. Wenn Ihre Haustiere allein Zuhause sind und Sie zusätzlich Bewegungsmelder aktivieren möchten, informieren Sie sich vorher, ob diese mit Haustieren umgehend können. Für Hunde gibt es zum Beispiel 2-Zonen-Bewegungsmelder. Der wird auf 1,20m angebaut und der Hund kann darunter frei bewegen. Bei Katzen ist das etwas schwieriger, da Katzen auch über mehrere Zonen und Ebenen herumspringen. In dem Fall ist die Entscheidung ob Sie Bewegungsmelder aktivieren oder überhaupt welche einbauen vom Hersteller abhängig. Falls Sie unsicher sind, nehmen Sie anstatt Bewegungsmeldern, lieber ein paar Glasbruchmelder.

9. Was ist eigentlich mit Rauchmeldern?

Die meisten Alarmanlagen bieten auch die Möglichkeit Rauchmelder zu integrieren. Doch welchen Vorteil hat das? In der Regel handelt es sich um vernetzte Rauchmelder. Das bedeutet, wenn es im Keller brennt, beginnt auch die Sirene des Melders im Obergeschoss und umgedreht. Zudem haben die meisten Alarmanlagen eine App und Sie bekommen eine Benachrichtigung wenn es qualmt. Die Rauchmelder sind zwar in der Regel deutlich teurer, da in den meisten Regionen eine Pflicht eingeführt wird, bietet sich die Kombination aus Alarmanlage und Rauchmeldern immer an. Einige Hersteller bieten sogar eine integrierte Rauchmeldersirene, welche bei einem Einbruch genutzt werden kann. Dann hat der Einbrecher auch nur wenig Chancen den Krach zu beenden.

Fazit: Wenn man sich nach dem Einbau an die Alarmanlage gewöhnt hat, will man auch nicht mehr ohne wohnen. Es schläft sich ruhig, es schreckt ab und längere Abwesenheiten sind auch kein Problem mehr. Ich nutze meine Alarmanlage jeden Tag und bin richtig froh eine zu haben.